"Eigentlich braucht jedes Kind drei Dinge.
Es braucht Aufgaben, an denen es wachsen kann, es braucht Vorbilder, an denen es sich orientieren kann und
es braucht Gemeinschaften, in denen es sich aufgehoben fühlt."
(Prof. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe)




Wir sehen die Evangelische Grundschule Halle als Ort einer wertestiftenden Gemeinschaft (BILDUNG – WERTE – GEMEINSCHAFT). Das Konzept der Evangelischen Grundschule Halle ist das Ergebnis einer intensiven Diskussion von Eltern, Pädagogen und Schulträgerin.
Die Evangelische Grundschule Halle stellt ein verlässliches Angebot zur ganztägigen Bildung und Betreuung bereit. Sie sichert damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Für die Evangelische Grundschule Halle wünschen wir uns eine enge Vernetzung zwischen schulischen und außerschulischen Aktivitäten und dem kirchlichem Gemeindeleben.
Die Eltern sind eingeladen, sich in die Schulgemeinschaft einzubringen, z.B. in Form von ehrenamtlichem Engagement im Rahmen der außerunterrichtlichen Aktivitäten, Schul- bzw. Kirchenfesten etc. Über Elternkontakte ergeben sich darüber hinaus Verbindungen zu externen Kooperationspartnern, wie Musikschulen, Künstlern, Vereinen u.v.m. Die Zusammenarbeit mit den Kindergärten sowie Fortbildungseinrichtungen ist selbstverständlich.
Wir sehen die Umsetzung als Entwicklungsprozess an, der vom Engagement der Beteiligten (Schule, Kirchengemeinde(n) und Familien) lebt.


Organisatorisches


Die Evangelische Grundschule Halle wird als offene Ganztagsschule mit kooperativem Hort geführt, d.h. Schule und Hort werden durch dieselbe Trägerin, die Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland, betrieben. Der Hort hat einen eigenständigen Bildungsauftrag, basierend auf dem Konzept des ganztägigen Lernens. Erfordernisse, die sich aus der Schulsituation ergeben, sollen erkannt und berücksichtigt werden, das gilt auch für soziale und emotionale Bedürfnisse. Der Hort hat, den Leitgedanken des Schulkonzepts folgend, den Auftrag, die schulische und familiäre Erziehung zu ergänzen, Selbstständigkeit zu fördern und die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen.
Im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen finden verschiedene, auch wechselnde Freizeitangebote statt. Wir empfehlen grundsätzlich allen Kindern die Teilnahme am Hort, damit auch Angebote in enger Verzahnung mit dem Unterricht angeboten werden können.
Die Schülerzahl pro Klasse richtet sich nach der Anmeldung und der Zusammensetzung der Lerngruppe (ca. 22 Kinder).

Aufnahme
Voraussetzung für die Aufnahme an die Evangelische Grundschule Halle ist der Elternwille. Eine Aufnahme ist unabhängig von der Konfession - als evangelische Konfessionsschule streben wir einen Anteil evangelischer Schülerinnen und Schüler von 50% an.
Hier können Sie uns unverbindlich Ihren Einschulungswunsch mitteilen.
Einschränkungen der Aufnahme können sich aus spezifischen baulichen und personellen Gegebenheiten sowie pädagogischen Erfordernissen des gemeinsamen Unterrichts ergeben. Die Aufnahme von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf erfolgt dann, wenn einerseits die sächlichen, organisatorischen und personellen Ressourcen vorhanden sind und anderseits die gemeinsame Beschulung dem individuellen Förderbedarf des Kindes entspricht.
Gemäß den oben beschriebenen Anforderungen erfolgt nach der Anmeldung immer ein pädagogisches Gespräch mit Eltern und dem zukünftigen Schulkind. Sollte die Zahl der Anmeldungen die Kapazität übersteigen, erfolgt ein Auswahlverfahren, in welchem der Schulbeirat in Abstimmung mit der Schulträgerin über die Aufnahme einzelner Schüler entscheidet.

Kosten
Die Finanzhilfen, die das Land freien Schulen gewährt, decken nicht die tatsächlich entstehenden Kosten. Aus diesem Grund wird ein Schulgeld von 100 € pro Monat für das erste Kind und 80 € pro Monat für das zweite Kind erhoben. Ab dem dritten Kind wird kein Schulgeld erhoben. Eltern mit geringem Einkommen können eine Reduzierung oder Befreiung vom Schulgeld beantragen. Bücher und Arbeitshefte werden von den Eltern bezahlt.
Der Hortbeitrag liegt bei 60 € pro Monat.
Da allen Schülern ein gemeinsames Mittagessen angeboten wird, ist hierfür ein weiterer Beitrag zu berücksichtigen.


Pädagogisches Konzept


Das pädagogische Konzept der Evangelischen Grundschule orientiert sich am christlichen Menschenbild sowie an reformpädagogischen Überlegungen, d.h. am Ansatz der individuellen Förderung in einer Lerngruppe. Der Unterricht (Lernziele, Inhalt, Kompetenzentwicklung) erfolgt auf der Grundlage der jeweils aktuellen Lehrpläne des Landes Sachsen-Anhalts.

Evangelisches Profil
Bildung ist nach evangelischem Verständnis mehr als Wissen und Faktenlernen und betrifft den ganzen Menschen in seinen Fragen nach Orientierung, nach Sinn und nach sich selbst.
Jedes Kind ist einzigartig und als unendlich wertvoll von Gott angenommen mit all seinen Stärken, aber auch mit seinen Schwächen und Unvollkommenheiten. Als Ebenbild Gottes ist jeder Mensch auf seine ureigene Weise mit schöpferischen Kräften begabt und zu einem Leben in Freiheit und Verantwortung berufen. Daraus folgt ein Grundvertrauen darauf, dass jedes Kind die ihm innewohnenden Kräfte und Möglichkeiten im Prozess der Bildung entdecken und entfalten kann.
Diese grundsätzliche Wertschätzung und Annahme eines jeden Menschen und eine Haltung des Vertrauens muss eine gute Schule aus evangelischer Sicht im Schulalltag in der ganzen Schulkultur und im menschlichen Miteinander erfahrbar machen.
Die Evangelische Grundschule Halle gibt den Kindern durch die Gestaltung des Schulalltags Raum und Möglichkeit, in aller Freiheit zu erfahren, dass Religion Teil des menschlichen Lebens ist. Deshalb gehören Erfahrungen mit Religion und Spiritualität durch regelmäßige Andachten, Stilleübungen, Schulgottesdienste selbstverständlich zum Schulleben dazu (aber auch Rituale aus anderen Traditionen werden respektvoll gewürdigt).
  • Die Evangelische Grundschule schafft eine respektvolle Lernumgebung, in der sich jedes einzelne Kind angenommen weiß.
  • Evangelische Religionslehre wird, in ökumenischer Offenheit, verbindlich in allen Klassenstufen unterrichtet, entweder im Fachunterricht oder als fester Bestandteil von fächerübergreifendem Projektunterricht.
  • Religiöse Themen und existentielle Fragen bleiben nicht auf den Religionsunterricht beschränkt, sondern sind auch in anderem Unterricht relevant.
  • Interkulturelles und interreligiöses Lernen sind selbstverständlich.

Die Übernahme von Verantwortung der Schüler für sich selbst und andere sowie für die Umwelt wird gefördert, ebenso wie aktives Engagement für die Schule und die christliche Gemeinschaft.

Reformpädagogisches Profil
Bei all dem wird deutlich, wie sich christliches Bildungsverständnis mit einer modernen ganzheitlichen Pädagogik verbindet. Reformpädagogen wissen: Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen ist der Normalfall. Sie behindert das Lernen nicht, sondern fördert es. Die Evangelische Grundschule Halle trägt dem Rechnung und gibt Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, eigenverantwortlich im eigenen Tempo auf die ihnen angemessene Weise zu arbeiten. Entscheidende Grundsätze sind:
  • eine ansprechend gestaltete und vorbereitete Lernumgebung
  • ganzheitliches, erfahrungsorientiertes Lernen in Projekten
  • jahrgangsübergreifend, fächerübergreifend, integrativ
  • individualisiertes Lernen in heterogenen Lerngruppen
  • eigenverantwortliches Lernen durch Entdecken und Forschen
  • die Lehrkraft wird zum/r Lernbegleiter/-in
  • Leistungsbeurteilung als Beschreibung der individuellen Lernfortschritte


Bilinguales Profil
Für die Evangelischen Grundschule Halle ist die Einführung von bilingualem Unterricht Englisch-Deutsch für das Schuljahr 2017/18 geplant. Nach dem "Immersionsprinzip" sollen dabei die Sachfächer (außer Deutsch) zum überwiegenden Teil in englischer Sprache unterrichtet werden. Im Hort wird die Betreuung sowohl durch englisch- wie deutschsprachige Mitarbeiter erfolgen.
Bereits heute werden ab der ersten Klasse zwei Wochenstunden Englisch unterrichtet, nachmittags wird in 2016/17 eine Internationale Freiwillige Englisch mit den Kindern kommunizieren. Beide Angebote legen während der Schreiblernphase den Schwerpunkt auf mündliches Verständnis, welches spielerisch vermittelt wird. Derzeit wird ab Klasse 3 Englisch als Fachunterricht gegeben.
Wie und in welchem Ausmaß der bilinguale Unterricht ab 2017/18 umgesetzt wird, wird an dieser Stelle demnächst veröffentlicht werden. Kurzinformationen zum Sprachenlernen durch Immersion finden Sie hier:
Flyer downloaden Ich kann viele Sprachen lernen
Flyer downloaden Broschuere Engl in Kita und GS_warum_wie_was bringt es_driftmann_altenholz_color_2004
Flyer downloaden flyer fuer Eltern Immersion-kl_Juni 2012
sowie unter www.fmks-online.de/shop.html
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Grundsätze des Unterrichts
Bei den Schülerinnen und Schülern soll vor allem die Lernfreude geweckt werden. Die Folge ist eine positive Leistungsbereitschaft. Großes Augenmerk wird auf eine harmonische und entspannte Lernsituation gelegt, bei der größere Lernfortschritte möglich sind. Im täglichen Miteinander ist das Schulleben durch Respekt und Toleranz geprägt.
Wichtig ist uns, dass Kinder lernen, selbst Fragen an die Welt und die Lerngegenstände zu stellen und auch selbst Fähigkeiten entwickeln, diese Fragen zu erforschen.

Methoden
Die Wertevermittlung sowie das Erlernen von Selbstständigkeit und Orientierung in der Welt sind wesentliche Lernziele. Daher lernen die Kinder an der Evangelischen Grundschule Halle den Umgang mit Freiheit und Verantwortung auch durch die Wahl entsprechender didaktischer Formen. Durch zunehmende Mitsprache bei der Gestaltung des Wochenplanes und durch offene Aufgabenstellungen werden die Kinder altersgerecht mit ihrer eigenen Verantwortung im Lernprozess vertraut gemacht. Die Schüler arbeiten in Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit oder im Tutoring, d.h. Schüler unterrichten Schüler.
Offene Unterrichtsformen sind Freie Arbeit mit Stations- und Angebotslernen, Tages- und Wochenplanarbeit und Projekte. So werden für jedes Kind individuelle Anforderungsprofile, Lernwege und Lernhilfen geschaffen, die gewährleisten, dass am Ende des Lernprozesses die Erfahrung steht, etwas zu können.

In der Evangelischen Grundschule Halle werden auf der Grundlage des Schulgesetzes von Sachsen-Anhalt Leistungen bewertet und Zeugnisse erteilt. Die Einschätzung der persönlichen, fachlichen und sozialen Kompetenzentwicklung parallel zur Zensurenerteilung ist obligatorisch. Neben der Leistungsrückmeldung in den Zeugnissen soll mindestens einmal im Jahr ein Lernprozessgespräch erfolgen.


Mitwirkung von Eltern


Bei der partnerschaftlichen und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule geht es vorrangig um die Planung, Organisation und Umsetzung von gemeinsamen Schulprojekten, die Mitgestaltung der Unterrichtsepochen und die Unterstützung der kontinuierlichen Schulentwicklungsarbeit.
Neben gesetzlich festgeschriebenen Mitbestimmungsgremien (z. B. Elternvertretung) sind die Eltern eingeladen, durch eigene Aktivität die Schule bei ihrer pädagogischen Arbeit zu unterstützen. Die Möglichkeiten der Eltern, sich in das Schulleben einzubringen, werden bei der Schulanmeldung des Kindes abgesprochen. Mit den Eltern wird ein Schulvertrag geschlossen.

Im Schulförderverein unterstützen Eltern die Schulträgerin organisatorisch, finanziell, praktisch (durch Hilfe bei der Ausgestaltung der Räumlichkeiten, Durchführung von Veranstaltungen, Bereitstellung von Schul- und Informationsmaterialien), sowie konzeptionell.


Links:


www.familylab.de
www.schulen-der-zukunft.org
www.fmks.eu